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Der folgende rührselige Leserbrief von Kapitän zur See Udo-Ulf Uhu und seinem Schiffslümmel Quietschquetsch an Bord der Bounty Zartbitter wurde in der vergangenen Nacht von Opa Gurke an seiner Langwellenfunkstation im Schuppen hinter dem Pflegeheim abgefangen und an die Redaktion weitergeleitet.
Üblicherweise wandern derlei Briefe hier gleich in den Altglascontainer, aber da es sich augenscheinlich um zwei potentielle Neuzugänge für die PFWURZ (Partei für wellige und radioartige Zeilenübertragung) handelt, haben wir uns ausnahmsweise zur Veröffentlichung entschlossen.

„Mit tiefer Bewegung und gerührter Ergriffenheit (Anm. d. Red: jaja, genug gesülzt jetzt) lese ich tagtäglich an meinem Bordgerät die neuen traurigen Abenteuer der tapferen kleinen (Anm. d. Red: Unverchämtheit) Helden eurer Gemeinde. Mein Schiffsjong Quiqueg meint dazu nur: „Sohn Qu‘adsch“ (wahrscheinlich erinnern ihn die dramatischen Affären eurer Helden an Ibn bin Qu‘adsch, eine tragische Eulenspiegelfigur seiner Heimat Kleinarabien. Was allerdings in dem stoisch arbeitenden Hirn meines kleinarabischen Schiffsjungen vor sich geht, kann ich mit letzter Sicherheit nie sicher sagen. Nun sind jedoch auch die Kleinarabier bei weitem nicht so redselig – oder nennen wir es ruhig bei seinem wahren, unschönen Namen: geschwätzig – wie wir nordnordwestdeutschen Seemannsleute.)
Ansonsten beschäftige ich mich hobbymäßig als literaturbegeisterter studierter Matemathiker mit rechnerischer Wortkunst. Vielleicht kann ich mich sogar anerbieten, gelegentlich das eine oder andere für Ihr wunderschönes Logbuch zu verfassen? (Anm. d. Red: gerne. Bitte an altglascontainer@dorschborn.bo) Das wäre mir Ehre und Freude zugleich! Meine jüngste Kreation, auf die ich nicht wenig stolz bin, stellt das bisher weltlängste Kakonym der bisherigen Weltgeschichte dar (für die etwas weniger Gebildeten unter uns: ein Kakonym ist ein wurmartiger Kettensatz, gebildet aus nur einem Wort). Es geht so: Mal mal‘n Mahl mal mahl mal‘n Mal=längstes Kakonym der Welt – nämlich zwei Kakonym-Wörter länger als ‚wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, fliegen Fliegen Fliegen hinterher‘! (Anm. d. Red: paaah, das topt der pimmelschorsch locker) Es bedeutet natürlich (für die etwas langsamer Denkenden): ‚Male einmal ein Bild von einer Mahlzeit‘, multipliziert mit ‚Zermahle einmal ein Muttermal zu Mehl‘, ist gleich das längste Kakonym der Welt. Studiert habe ich übrigens an der Ackerdemie von Uruguay Diplom-Matemathik (also das Zubereiten von Mate für Asthmathiker). Bei uns an Bord trinken wir natürlich nur Mate.

Käpt‘n Uhu und Leichtmatrose Quiqueg
an Bord der ‚Bounty Zartbitter‘“

Anm. d. Redaktion: bitte auch Kategorie “Urlaubsgrüße an die Redaktion” beachten. Ansonsten sehr schöner Beitrag, Herr Uhu und Herr Quietschquetsch – weiter so!

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