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Blogwichtel-Organistaor-2011 schreibt uns heute:
Hallo liebes Mitglied der Blogwichtelgemeinde,
im Anhang findest du deinen Blogwichtelbeitrag 2011 von deinem anonymen Blogwichtel
als Word-Dokument. Bitte veröffentliche ihn am 16.12.2011, dem großen Blogwichteltag, in deinem Blog!

WAS WIR RINGELNITZE HIERMIT TUN!

Klimawandel#
Das Jahr unseres Gregorianischen Kalenders entspricht bis auf elf Sekunden genau einem Sonnenjahr, was unter anderem den Vorteil hat, dass Weihnachten in den Winter fällt. Das ist nicht selbstverständlich – der islamische Kalender ist ja bekanntlich ein Mondkalender mit 12 Monaten zu 29 oder 30 Tagen und damit ein ganzes Stück kürzer als das Sonnenjahr, was dazu führt, dass die Daten mit der Zeit rückwärts durch die Jahreszeiten rotieren. Das tun sie in unserer Zeitrechnung nicht. Dezember ist immer im Winter. Dass es trotzdem fast nie weiße Weihnachten gibt, liegt zumindest nicht an der Jahreszeit.

In letzter Zeit allerdings scheint sich die islamische Angewohnheit der wandernden Monate auch bei unserer Zeitrechnung einzuschleichen. Damit meine ich nicht etwa, dass wir Teile des Novembers dieses Jahr schon im Juli geliefert bekommen haben, sondern das Erscheinen der ersten Clementinen im Lebensmitteleinzelhandel, das sich seit geraumer Zeit unaufhaltsam Richtung Osterfeuer schiebt. Diesmal war es schon im Oktober so weit.

Und wenn sich die Jahreszeiten verschieben, das wissen wir vom Klimawandel, dann sind die Tiere das erste Opfer. Zum Beispiel die Sibirischen Graugänse. Bei denen kommt der Frühling inzwischen so früh, dass sie sich auf den Weg in ihre Sommerquartiere im Norden machen, bevor ihr Gefieder ausgewachsen ist. Sie fielen binnen weniger Jahre einer bis dahin folgenlosen Unachtsamkeit zum Opfer: Wer nicht fliegen kann, muss vorm Überqueren einer Straße nach rechts und links gucken. Die Evolution ist leider ein bisschen langsamer als die russischen „Ural“-Lastwagen auf dem Weg nach Norilsk, zum Schaden der Gänse.

Ein ähnliches Schicksal droht auch mir. Ich bin ganz hervorragend daran angepasst, dass die Clementinen-Saison um den ersten Dezember herum anfängt. Um diese Zeit herum stellt sich mein Metabolismus völlig auf Schokolade und Südfrüchte um. Darüber hinaus benötige ich lediglich die eine oder andere Weihnachtsgans als Vitaminquelle.

Doch die ersten Clementinen gibt es inzwischen schon im Oktober. Und es sind keineswegs die walnussgroßen und entsprechend unattraktiven Attrappen, die in früheren Jahren den Spätherbst begleitet haben – die Oktober-Clementinen sind süß, saftig und verlockend. Ein noch größeres Problem sind die Dominosteine. Um unseren lokalen Gemüsehöker kann ich ja noch einen Bogen machen, aber der Rewe hier hat nicht nur ab Anfang Oktober Dominosteine vorrätig, die perfiden Geschäftemacher haben die Dinger auch noch gut sichtbar direkt gegenüber der Milch postiert, wo ich mindestens ein mal in der Woche vorbei gehen muss.

So kann es nicht weitergehen, ich will ja nicht schon um Halloween rum mit einer Dominovergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Und das ist erst der Anfang: Kürzlich entdeckte ich in einem lokalen Supermarkt die ersten Schokohäschen zwischen den Weihnachtsprodukten. Im Grunde bleibt mir keine Wahl, drastische Maßnahmen sind angebracht. Nach dem Vorbild jener Wüstenpflanzen, die Jahrzehnte im Sand ruhen, bis ein Regenguss sie wieder zum Leben erweckt, werde ich mich in einen Starrezustand begeben und in meiner Höhle ausharren, bis die Jahreszeiten wieder dort angekommen sind, wo sie hingehören. Ihr sagt dann Bescheid, ja?

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