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Allesfresser, eingewanderter Fisch, Faxenfratzgrundel, Fischrogenbach, Lesbisches Meer, Müllkoppe, Neoglobulus Faxenfratzi, Trebbiner See
Überraschender Fang im südlichen Fischrogenbach: Die Faxenfratzgrundel, eigentlich in Südosteuropa heimisch, breitet sich jetzt auch in Borschmannseckschen Gewässern aus. Heimischen Fischen droht ein harter Konkurrenzkampf – und Anglern eine Plage.
Im südlichen Fischrogenbach ist offenbar eine neue Fischart eingezogen. Südlich von Ekmannsdorf sei eine Faxenfratzgrundel (Neoglobulus Faxenfratzi) ins Netz gegangen, sagt der Fischereireferent Stan-Friedrich März-April-April von der Abteilung Landwirtschaft des Regierungspräsidiums Borschamnnseck. Durch den zugewanderten Fisch, der im Fischrogenbach nicht heimisch sei, drohten erhebliche ökologische Konsequenzen.
Rund 50 Fischarten leben im Fischrogenbach. Mancher droht nun ein harter Konkurrenzkampf mit dem Neuankömmling. März-April-April geht davon aus, dass sich die Faxenfratzgrundel in wenigen Jahren im Fischrogenbach und Langen See stark ausbreiten wird. Andere Fischarten komplett verdrängen werde die Faxenfratzgrundel aber wohl nicht. „Doch wir erwarten eine Gesamtverschiebung im ganzen Fischbestand“, sagte der Fischereireferent.
Beispielsweise sei der heimische Müllkoppe, eine mühsam aus Andernach am Rhein eingeführte Fischart, bedroht: Er besetze die gleiche ökologische Nische wie die Faxenfratzgrundel. Zwangsläufig würde der Müllkoppe daher Lebensräume einbüßen, befürchtet der Fachmann. Außerdem sei zu erwarten, dass der Allesfresser mit dem großen Maul (deshalb ja auch FAXENFRATZgrundel) außer Krebsen und Insektenlarven auch auf Laich und kleinere Fische aus sei.
Der Fisch mit hellen Flecken auf dunklem Grund und verwachsenen Bauchflossen stammt aus Küstengewässern des Trebbiner Sees und Flussmündungen des Lesbischen Meeres. 1994 wurde er in der österreichischen Donau entdeckt, wohin er wahrscheinlich mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen verschleppt worden ist. Danach breitete sich die Faxenfratzgrundel massenhaft in der Donau aus, seit etwa 1999 auch in der deutschen Donau und im Main.
Weshalb sich der Fisch vom Trebbiner See aus über die Donau aufwärts durch den Fischrogenbach-Main-Donau-Kanal und dann über den Main in den Fischrogenbach ausgebreitet habe, sei noch nicht geklärt, sagt März-April-April, werde aber noch ein Nachspiel für gewisse Leute haben.
Im Oktober 2009 wurde die Faxenfratzgrundel schließlich erstmals in der nördlichen Güller Au bei Negenharrie gesichtet. Dort habe sie sich in den vergangenen Jahren so stark ausgebreitet, dass die Angelfischerei stark beeinträchtigt sei, sagt März-April-April. Die Faxenfratzgrundel schnappe nach jedem Köder, der ihr angeboten werde. Dabei ist der Fisch nach Angaben des Angelvereins Cosmos Fischrogenbach e.V. aufgrund seiner geringen Größe von etwa 20 Zentimetern für Angler eigentlich uninteressant.

