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Eine bislang ungekannte Welle der Solidarität rollt nach dem angeblichen Dopingvergehen der beiden Hoffenheimer Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker durch die Fußball-Bundesliga. Derweil sieht sich die sportliche Führung von Borussia Mönchengladbach zunehmend isoliert und hat sich offensichtlich gewaltig verzockt.

“Das ist ein Witz, das gehört sich nicht”, meint Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler und kündigt an, im Rückspiel gegen Mönchengladbach nochmal höchstselbst die Fußballstiefel schnüren zu wollen, um das unsolidarische Verhalten des Vereins mit einem Six-Pack zu bestrafen. Sein Hamburger Kollege Dietmar Beiersdorfer gibt Völler Recht: „Das hat mit Solidarität nichts zu tun, da sollte man eine finanzielle Lösung finden.” Er will in den nächsten Monaten grundsätzlich immer alle HSV Spieler nach Spielende für zehn Minuten in der Kabine versammeln, um ein Fanal gegen die Behandlung Hoffenheims zu setzen. “Das ziehen wir durch, selbst wenn es uns die Meisterschaft kosten sollte.”, so Beiersdorfer. Ins gleiche Horn stößt Firlefranz Beckenbauer. Er plane ab sofort bis zum Ende der Saison täglich mit der kompletten Mannschaft den Morgenurin von Ulli Stöhneß und Dr. Müller-Hohlschrat zu trinken und damit etwaige Dopingkontrollen von vorneherein wertlos zu machen. Auch auf Schalke will man sich der Solidaritätsaktion anschließen. So sei es denkbar, dass man den Spielern außer dem Reden jetzt auch das Urinieren bis zum Saisonende untersage.
Andere Wege gehen der Karlsruher SC, VFL Bochum und Arminia Bielefeld. Alle drei stecken zusammen mit den Frevlern aus Gladbach im Abstiegskampf und haben angekündigt, die kommenden fünf Ligaspiele ausnahmslos gewinnen zu wollen, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Energie Cottbus plant, in den kommenden Spielen ohne Stürmer aufzulaufen. Hannover 96 will bis auf weiteres auf alle Auswärts-Punkte verzichten.

Auch außerhalb der Liga hat es spontane Solidaritätsbekundungen gegeben. Lothar Matthäus kündigte an, bis zu einem positivem Urteil durch den DFB schweigen zu wollen, musste sein Gelübde aber schon drei Minuten später brechen, weil ihm doch noch was eingefallen war. Yogi Löw überlegt, für den Rest der WM-Qualifikation auf seinen Schal zu verzichten, und Michael Ballack denkt darüber nach, für den selben Zeitraum den Mittelkreis nicht mehr zu verlassen.

Bei Borussia Mönchengladbach hat man offensichtlich nicht mit so einer starken Reaktion gerechnet und begegnet der neuen Situation ratlos bis gereizt. Laut Informationen, die der Redaktion vorliegen, ist hinter den Kulissen das große Hauen und Stechen ausgebrochen. So soll Trainer Hans Meyer Neupräsidiumsmitglied Rainer Bonhoff im Spielertunnel eine Kopfnuss verpasst haben. Pressesprecher Markus Aretz hat derweil jegliche Verwicklung in die Affäre abgestritten und Max Eberl schwer belastet. Der fühlt sich mißverstanden und gibt an, bei dem Einspruch gehe es nicht um Punkte, kann aber auch nicht recht erklären, worum dann. Präsident Rolf Königs hingegen hüllt sich in Schweigen, was bei ihm erfahrungegemäß bedeutet, dass er die halbe Führungsmannschaft auszuwechseln gedenkt. (tsg)

Eilmeldung – 24.2.09, 17:29
In der allgemeinen Aufregung hat Gladbachs Präsident Rolf Königs die Übersicht über seine Mitarbeiter verloren und sich aus Versehen selbst entlassen. Hier ist eine Rechtsunsicherheit entstanden, da er auf der einen Seite der einzige ist, der die Entlassung zurückziehen könnte, sich aber auf der anderen Seite gar nicht mehr im Amt befindet. Der Spielerrat hat sich diesbezüglich anonym an den DFB gewendet, in der vagen Hoffnung, durch das Ausscheiden des Präsi´s vielleicht noch ein paar Trostpunkte ergattern zu können. (tsg)